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Il Ballerino – Musik aus dem Mittelalter und der Renaissance

Seit der Antike hatte die Instrumentalmusik ihren festen Platz im Rahmen weltlicher Festlichkeiten. Von den derben Rhythmen ländlicher Bauerntänze bis hin zu den ausgefeilten Figuren höfischer Musik: Musik und Tanz waren zwei nicht zu trennende Kunstformen. Der Tanz diente dem Vergnügen, war aber für den Adel auch sichtbarer Ausdruck seiner ganzheitlichen Bildung: den Idealen der Antike folgend, stand seit der Renaissance die Wertschätzung der körperlichen und musischen Erziehung in nichts dem Ansehen der geistigen und sozialen Bildung nach. L’Art du Bois bietet in seinem Programm Il Ballerino einen Einblick in die Tanzmusik der Renaissance, mit Ausflügen in das späte Mittelalter. Vom Beschwingten und Fröhlichen, bis hin zum Offiziellen und Prächtigen, nehmen die Musiker das Publikum mit auf eine Entdeckungsreise durch die brillante Virtuosität und die schwungvolle Rhythmik historischer Tänze.

Tre Fontane – drei Länder, drei Epochen

Das Programm Tre Fontane bietet Musik aus drei Ländern und Epochen. Mit der italienischen Estampie Tre Fontane eröffnen die drei Blockflötistinnen das Programm und entführen das Publikum auf eine akustische Reise: Diese führt von Italien über Spanien nach England, von mittelalterlichen Spielmannstänzen über phantasievolle Improvisationen, bis hin zur höfischen Tanz- und Unterhaltungsmusik des elisabethanischen Barock. L’ Art du Bois verbindet die Musik dreier geographischer wie auch epochaler Ursprünge in Tre Fontane zu einem höchst abwechslungsreichen Programm.

Associazioni – Assoziationen zu Macht und Ohnmacht in Musik und Text

Das Programm Associazioni ist dem Thema Macht und Ohnmacht gewidmet. L’Art du Bois hat hierzu anlässlich der Göttinger Händelfestspiele 2007 ein Programm aus Musik und Texten konzipiert. Die Zeit ist dabei in zweifacher Weise roter Faden: Einerseits als unanfechtbare Macht, deren Verrinnen der Mensch ohnmächtig gegenübersteht; andererseits als gemeinsamer Parameter von Musik und Sprache: Sprache und Musik sind in Klang gefasste, gestaltete Zeit. Die Musik als Ausdruck ungehemmter Lebensfreude, als Feier des unbeschwerten Augenblicks – die Sprache als Besinnung auf die Endlichkeit: beide setzen sich in Associazioni auf ihre Weise mit der Macht der Zeit auseinander. Die Texte entstammen sowohl dem Barock, als auch der Moderne: Denn wenn auch der Zwiespalt von Lebenslust und Todesnähe in besonderem Maße ein barockes Thema ist, so ist es doch bis heute unverändert modern. Zwischen zwei Werken Georg Friedrich Händels, die den Rahmen von Associazioni bilden, machen die Musiker in assoziativer Weise hörbar, welche kammermusikalischen Traditionen zu Händels Zeit in der italienischen Musik nachwirkten und sich in Kompositionen seiner Zeitgenossen spiegelten.

Risonanze – Musik Italiens vom Mittelalter bis zum Barock

Risonanze ist ein rein italienisches Programm. Es gliedert sich sowohl zeitlich als auch thematisch in zwei Teile: Die erste Hälfte des Programms bietet schwungvolle Tanzmusik des Mittelalters und der Renaissance, in von den Musikern selbst arrangierten Sätzen. Im Mittelpunkt der zweiten Programmhälfte steht programmatisch das barocke Wechselspiel von Licht und Schatten: Frühbarocke Sonaten durchlaufen szenenhaft das ganze Spektrum barocker Affekte; düstere Toccaten kontrastieren scharf mit furiosen Ostinatosätzen (Bergamasca und Follia), die durch ihren improvisatorischen Charakter und ihren ostinaten Bass unmittelbar an den ersten Teil des Programms anknüpfen.

Un nobile Romano – Vokales und Instrumentales von Pier F. Valentini und Zeitgenossen

Mit Pier Francesco Valentini (1586-1654) widmet sich das Freiburger Ensemble L’ Art du Bois einem weitgehend vergessenen Meister des italienischen Frühbarocks. In einer abwechslungsreichen Zusammenstellung von Instrumentalstücken, geistlichen Liedern und weltlichen Madrigalen zeichnen die Musiker ein eindrucksvolles Porträt seines vielseitigen kammermusikalischen Schaffens. Hierfür hat sich der Lautenist von L’ Art du Bois, Mirko Arnone, auf die Spuren des römischen Komponisten und Musiktheoretikers Valentini begeben. Er hat dessen originale Handschriften studiert und dabei bisher unentdeckte Kleinode zutage gefördert: Nun dokumentiert das Ensemble in einer Reihe klangvoller Uraufführungen und erstmaliger Wiederaufführungen von Valentinis Werken die Ergebnisse dieser bedeutsamen Quellenforschung. Abgerundet wird dieses musikalische Porträt durch den Einbezug verschiedener Kompositionen von Valentinis Zeitgenossen.

À la Carte: Tafelfreuden & Ohrenschmaus – ein europäisches Menu

Mit “À la carte” präsentiert L’Art du Bois innerhalb eines musikalischen Fünf-Gänge-Menus einen Ohrenschmaus aus den raffiniertesten und bekömmlichsten Delikatessen des europäischen Früh- und Hochbarock. Die fünf klanglichen Gourmet-Länder aus deren Zutaten die akustischen Tafelfreuden zusammengestellt sind, sind Frankreich, England, Italien, Spanien und Deutschland. Mit musikalisch dramaturgischem Raffinement serviert L’Art du Bois den Zuhörern eine harmonische Klangkomposition cantabler, melancholischer Lieder Frankreichs (Airs de Cour), theatralischer Maskentänze Englands (Masques), feuriger Ostinatomusik Italiens und Spaniens (Follia, Bergamasca), kontrastreicher Sonaten Deutschlands (Händel) – und vielerlei mehr. Als reizvoller Zwischengang wird Couperins “La Paix du Parnasse” serviert, in dem sich italienischer und der französischer Geschmack harmonisch innerhalb ein und desselben Kunstwerks vereinen. Mit Georg Philipp Telemanns “Tafelmusik” erfährt das leicht bekömmliche Abendmenu schließlich seinen abrundenden Höhepunkt.

Musicall Humors and Lamentations – englische Musik des 16. und 17. Jahrhunderts

Den Rahmen der ersten Programmhälfte bilden Instrumentalstücke aus Georg Friedrich Händels Opern Solomon und Rodrigo, die Händel in England komponierte. Dazwischen erklingen glanzvolle Suiten und virtuose Divisions von Henry Purcell und seinen Zeitgenossen. In der zweiten, chronologisch früheren Programmhälfte erklingen die im elisabethanischen England beliebten, bizarren Maskentänze: Die ernsteren Mainmasks und die grotesken Antimasks wurden bei Bällen von maskierten Tänzern aufgeführt: Mit englischem Humor verkörpern sie skurrile Gestalten, Tiere und allegorische Figuren. Broken Consorts und schwermütige Lacrimae schließlich bilden Ruhepunkte in diesem tänzerischen Programm.

music-E-motion – moderner Tanz trifft barocke Musik

Tanz und Musik sind zwei eng miteinander verknüpfte Ausdrucksformen, die sich zu allen Zeiten gegenseitig stark geprägt und befruchtet haben. Tänzerische Formen und Gebärden inspirieren seit jeher Komponisten in ihrem Schaffen, und Musiker in ihrer Interpretation. Als besonders reizvoll empfinden wir die Arbeit mit zeitgenössischem Tanz, der den Musikern neue Interpretationsmöglichkeiten eröffnet, und den Tänzern einen großen Spielraum an gestalterischen Möglichkeiten bietet.

In Zusammenarbeit mit den beiden Tänzern Viviana Escalé und Samuel Guist setzen wir auf experimentelle und assoziative Weise die klanglichen Reize, die bereits eine Vielfalt an inneren Bildern wecken, in visuelle Eindrücke um. So wird die Musik für unser Publikum und uns selbst auf ungewohnte Weise neu erfahrbar. Sanft und geschmeidig, temperamentvoll und leidenschaftlich setzen die Tänzer Melodien, Rhythmen und Klangfarben in Bewegung um. Tanz und Musik fließen ineinander, bilden ein gemeinsames Ganzes und bringen doch unabhängig voneinander ihre persönliche Sprache zum Ausdruck.

La Paix du Parnasse – französische und italienische Musik des 17. Jahrhunderts

Im 17. Jahrhundert entstanden in Frankreich und Italien zwei musikalische Strömungen, die für die weitere Entwicklung der Musik in Europa richtungweisend waren: Während sich in Frankreich ein eleganter und subtiler, von Leichtigkeit geprägter Stil herausbildete, dem die höfischen Tänze zugrunde lagen, bestimmten in Italien das figurierende Prinzip, sowie Ausdruck und Leidenschaft die Musik. Kontrastierende Werke aus beiden Ländern veranschaulichen den Charakter der landestypischen Stile; die Gegenüberstellung mündet in Francois Couperins Werk „La Paix du Parnasse“, in dem der Komponist den Wettstreit der beiden Richtungen thematisiert, und schließlich deren Versöhnung herbeiführt.

Geburtstagsmusiken für Jedermann: Klangbilder im Kreis der Sterne

Das junge Ensemble für Alte Musik in der Besetzung Blockflöten, Lauten und Viola da Gamba, widmet sich in diesem Konzert einer Komposition des 20. Jahrhunderts: dem Tierkreis von Karlheinz Stockhausen. Die 12 Melodien der Sternzeichen verschmelzen mit Literatur aus Mittelalter und Renaissance, es entsteht eine spannungsgeladene und abwechslungsreiche Melange. Doch haben gerade die Werke aus dem 15. und 16. Jahrhundert mehr mit dem modernen Zyklus zu tun, als man zunächst vermuten würde. In seinem Zyklus hat Stockhausen für jedes Sternzeichen eine charakterstische Melodie komponiert. Es sind eigenwillige, aber auch eingängige, ausdrucksstarke und geradlinige Melodien, welche die Eigenschaften des jeweiligen Sternzeichens musikalisch widerspiegeln. Diese horizontale Kompositionsweise verbirgt sich auch in vielen Stücken aus dem Mittelalter, wie beispielsweise den italienischen Spielmannstänzen. Diese sind genau wie die Tierkreismelodien durch eine melodische Linie geprägt und kreisen um einen Zentralton. Mit der Intention, Stücke, in denen bestimmte Elemente stimmungsverwandt erscheinen oder sich strukturell ähneln, unmittelbar an die Tierkreismelodien anschließen zu lassen, wird der bestehende Zyklus durch Instrumentalkompositionen von Diego Ortiz, Joanambrosio Dalza, Jacob Arcadelt, Adrian Willaert und anderen ergänzt und bereichert. Wie musikalische Mosaiksteine, die an die Tierkreisstücke angefügt werden, stehen die einzelnen Klangbilder verschiedenen Ausdrucks und Ursprungs nebeneinander und laden den Hörer so auf eine Klangreise entlang der „Tierkreisbahn“ ein.

Toda noite e todo dia – England setzt über

Portugiesische und englische Tänze und Lieder des 15. und 16. Jahrhunderts; mit Werken/Liedern aus dem Cancionero de Palacio, dem Cancionero de Elvas und Cancionero de Belén, sowie spanischen und englischen Instrumentalkompositionen der Zeit. Obwohl Portugal gegen Ende des 14. Jahrhunderts kaum eine Million Einwohner verzeichnete, stieg das kleine Land im 15. Jahrhundert zu einer veritablen Weltmacht auf. Gerade unter König Heinrich dem Seefahrer (1394-1460) und seinen Nachfolgern erstarkte Portugal als Seefahrer- und Handelsnation zu ungeahnter Machtfülle, errang Kolonien sowohl in Südamerika, als auch im Atlantik und in Afrika.

Nicht nur der Hof in Lissabon erstrahlte in dieser Zeit in neuem Glanz, sondern das Land erlebte gleichzeitig auch eine beispiellose wissenschaftliche und nicht zuletzt kulturelle Blütezeit, die sich unter anderem in zahlreichen Liederbüchern und Sammlungen, wie dem Cancionero de Palacio, dem Cancionero de Elvas und Cancionero de Belén niederschlug. Der wachsende Überseehandel und familiäre Bande des Königshauses brachten nach und nach aber auch englische Einflüsse in‘s Land, die sich in der Musik vielfach nachweisen lassen. Als 1580 dann der spanische König für 60 Jahre die Macht in Portugal übernahm, wurden wiederum die Einflüsse dieses Landes in der Musik von Bedeutung. L‘Art du Bois zeigt daher in seinem Programm Toda noite e todo dia einerseits die typischen Formen der portugiesischen Musik des 15., 16. Jahrhunderts, wie vilancico, entrada, portugiesische folia oder chacota auf, macht in der Programmfolge aber auch die zunehmenden englischen Einflüsse deutlich, und ergänzt das Bild der Epoche schließlich mit spanischen Kompositionen aus der Zeit, in der Portugal eine spanische Provinz war.

“Banchetto Musicale” oder: musikalische Vorbilder

Nehmen Sie Platz und genießen Sie ein musikalisches Mahl mit instrumentalen Kostbarkeiten aus dem Barock! Das Ensemble L’Art du Bois präsentiert Ihnen Werke von J.S. Bach, J.P. Sweelinck , S. Scheidt, J.H. Schein, J. Rosemüller, G.Ph. Telemann und G.F. Händel. Schein und Rosenmüller waren zeitweilig als Kantoren der Thomaskirche in Leipzig tätig, als Vorgänger ihres berühmten Kollegen J.S. Bach, Telemann verbrachte seine Studienjahre in Leipzig, Scheidt und Händel wirkten in Halle. Damit konzentriert sich L‘Art du Bois mit seiner Stückauswahl in diesem Programm also auf die Interpretation von Werken aus dem sächsischen und norddeutschen Raum. Besonders Schein und Scheidt waren in Ihrem Schaffen stark von J.P. Sweelinck beeinflusst, dem niederländischen Organisten und Komponisten, der großen Einfluss auf die so genannte „norddeutsche Schule“ hatte. Dazu ergänzt das eigentlich ohne Tasteninstrumente besetzte Ensemble sein Klangspektrum, und konzertiert in der erweiterten Besetzung Blockflöten, Traversflöte, Laute, Viola da Gamba und Orgel.